Frettchen-Übersichtstext

Kleine Kobolde mit ganz viel Charme, das sind Frettchen. Schöne, aktive, aber auch anspruchsvolle Mitbewohner, deren Ansprüche an den Halter gerne unterschätzt werden. Hier findet ihr einen Überblick über die Haltung der kleinen Racker.

Eckdaten:

  • Gattung: marderartige Raubtiere (Mustelidae)
  • Alter: 6-10 Jahre
  • Körperlänge: Rüde ca. 35-55cm, Fähe 25-40cm
  • Rutenlänge: Rüde 13-20cm, Fähe 11-16cm
  • Gewicht: Rüde 900-3000g, Fähe 500-1500g, beide wiegen im Winter mehr als im Sommer
  • Fellfarbe: unterschiedlich
  • Ranzzeit: Rüden Mitte-Ende Februar bis September, Fähe beginnen kurz nach den Rüden
  • Geschlechtsreife:
  • Wurfstärke: 6-16

Ein paar Eigenheiten vorab:

  • Frettchen sollten immer mindestens zu Zweit gehalten werden und man sollte sich vor der Anschaffung bewusst sein, dass die Haltung und Ernährung recht anspruchsvoll ist.
  • Sie müssen genau wie eine Katze erzogen werden, da es Raubtiere sind und sie sonst nicht mehr ganz so süss sind.
  • Man kann ihnen beibringen aufs Katzenklo zu gehen.
  • Frettchen brauchen viel Auslauf und einen großen Bereich in der Wohnung für sich oder ein großes Gehege.
  • Frettchen sollten kastriert werden, wenn man nicht mit ihnen züchten möchte.


Wohnungs-/Außenhaltung:

Frettchen brauchen viel Platz, am besten ist eine freie Haltung in der Wohnung, ein eigenes Zimmer oder ein großes Außengehege. Man kann auch einen Teil eines Zimmers abtrennen wo die Tiere sich z.B. während der Abwesenheit des Halters aufhalten können. Dieser Bereich sollte für 2 Tiere mindestens 6 qm Grundfläche haben und für jedes weitere Tier 1 qm mehr. Bei dieser Art der Haltung sollten die Frettchen aber mehrere Stunden am Tag in der Wohnung zusätzlich laufen dürfen.


Bei der Außenhaltung sollten für 2 Tiere mindestens 10 qm Grundfläche zur Verfügung stehen. Auch hier gilt für jedes weitere Tier min. 1 qm mehr. In ihrem Zimmer / Bereich sollten mehrere Toiletten stehen, Decken, Kuschelsachen, Drainageröhren, Kratzbäume etc. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.


Frettchen sind neugierig und wollen alles erkunden, daher sollte man alles was zerbrechlich ist oder auch Blumen außer Reichweite bringen . Außerdem sollte man kein Problem damit haben, wenn mal ein Haufen neben die Toilette geht. Frettchen werden in den wenigsten Fällen 100% stubenrein .

Ernährung:

Eine artgerechte Ernährung der kleinen Räuber ist sehr wichtig und nichts für jedermann. Frettchen sind reine Carnivoren und das heißt, sie brauchen rohes Fleisch/Fisch und Futtertiere wie Mäuse, Ratten, Küken, Hamster, Tauben, Wachteln und Co. Auf dem Speiseplan darf alles an rohem Fleisch stehen außer Schwein/Wildschwein.

Schwein/Wildschwein Fleisch kann das sogenannte „Aujetzkische Virus“ enthalten. Für Menschen ist dieses Virus ungefährlich aber für unsere Haustiere eine tötliche Krankheit (Auch für Katzen daher kein Schweinefleisch!).


In gegartem Zustand ist Schwein / Wildschwein aber unbedenklich. Wichtig ist das man nicht nur gutes Muskelfleisch füttert sondern alles was dazu gehört, also auch Knochen, Fett, Knorpel, Sehnen, Haut, Organe. Ein hochwertiges Trockenfutter für Frettchen oder Katzen kann auch immer zur Verfügung stehen.

NO GO!:

Obst, Gemüse und andere Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Kartoffeln, Nudeln und Reis haben auf dem Spieseplan der Frettchen nichts verloren! Die Bauchspeicheldrüse der kleinen Kobolde ist nicht dafür ausgelegt größere Mengen an Kohlenhydraten zu verwerten und kann infolge dessen ein Insolinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) bilden.

Kastration:

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Frettchen Haltung ist die Kastration. Sowohl Rüden als auch Fähen (Weibchen) sollten kastriert werden.

Unkastrierte Rüden riechen in der Ranz (Paarungszeit) sehr streng, sie markieren alles und können für Artgenossen sehr anstrengend werden.

Mehrere unkastrierte Rüden können sogar miteinander kämpfen und sich verletzen. Bei den Fähen ist die Kastration aufgrund des Risikos zur Dauerranz lebenswichtig. In der Ranzzeit kommt eine Fähe normalerweise immer wieder in die Ranz, dabei schwillt die Vulva an und wieder ab. Leider passiert es immer häufiger das die Vulva nicht mehr abschwillt und die Fähe dann in die Dauerranz kommt. Dabei vergiftet sich die Fähe selbst mit Östrogenen, die Folge davon ist Gewichtsverlust, Fellverlust bishin zum Tot wenn man nicht rechtzeitig reagiert. Daher sollte man dieses Risiko einfach vermeiden und seine Tiere immer kastrieren .

Anschaffung:

Wer die Haltung und die Ernährung der kleinen Räuber gewährleisten kann und mit den Gedanken spielt sich diese kleinen Gesellen in die Wohnung zu holen steht dann vor der Frage „Woher bekomme ich Frettchen ?“. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten.


Als erstes ist es immer zu empfehlen einen „Schnupperbesuch“ bei anderen Frettchenhaltern zu machen um die Tiere einfach mal Live zu erleben. Frettchen haben einen leichten Eigengeruch den nicht jeder mag und es ist immer gut vorher zu sehen, ob man mit den kleinen Raubtieren überhaupt zurecht kommt. Die Katze im Sack kaufen, ist doch eher weniger schön .

Welpe oder älteres Frettchen?:

Ist das getan und man möchte sich nun Frettchen zulegen ist die Frage ob Welpen oder lieber schon erwachsene Tiere. Wenn man sich bereits etwas ältere Tiere holen möchte, ist man am besten in einer der vielen Frettchenhilfen aufgehoben. In den Frettchenhilfen sitzen jedes Jahr unzählige Tiere die auf ein neues liebevolles Zuhause warten. In der Regel sind die Tiere bei Abgabe dort bereits kastriert, geimpft und gechipt und die Frettchenhilfe steht einem immer mit Rat und Tat zur Seite.

Möchte man sich Welpen zulegen dann sollte der Weg zu einem seriösen Züchter führen. Leider gibt es wie bei jedem Haustier auch bei der Frettchenzucht viele schwarze Schafe. Hier ist es wichtig einige Dinge zu beachten.

Wie finde ich den richtigen Züchter?:

  • Bei einer guten Zucht werden die Tiere artgerecht ernährt und gehalten und man darf sich die Haltung und die Zuchttiere ansehen.
  • Welpen sollten bei der Abgabe geimpft, gechipt und mindestens 10 Wochen alt sein.
  • Die Zuchttiere sollten über Stammbäume verfügen und auch die Welpen sollten einen Stammbaum und einen Schutzvertrag mitbekommen.
  • Ein guter Züchter beantwortet einem alle Fragen und steht einem immer mit Rat und Tat zur Seite.
  • Außerdem nehmen gute Züchter ihre Welpen immer zurück, falls das Tier nicht bei seinem neuen Besitzer bleiben kann.

 

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