Persische Rennmaus-Übersichtstext

Etwa so groß wie ein Degu, neugierig, freundlich und aufgeweckt. So könnte man die Persische Rennmaus beschreiben, ein Tier welches in letzter Zeit immer beliebter wird.

Eckdaten:

Persische Rennmaus Peanut

  • Herkunft: Afrikanischer und Asiatischer Kontinent
  • Lebenserwartung: etwa 6-10 Jahre
  • Geschlechtsreife: Zirka 12 Wochen
  • Jungenanzahl: 2-10

  • Fellfarbe: Agouti (Wildfarbe), andere Farben bisher nicht verfügbar
  • Körperlänge: Zirka 20 cm
  • Schwanzlänge: Zirka 16 bis 20 cm inklusive Schwanzquaste
  • Gewicht: 160 bis 190 g

Ein paar Eigenheiten vorab:

  • Die persische Rennmaus braucht (nach eigener Erfahrung) bis zu 1 Jahr um ihre volle Größe zu erreichen
  • Die Männchen ziehen über den Winter ihre Hoden ein
  • Perser werden gerne mit der Shaw Rennmaus verwechselt, die sich allerdings durch eine Sache sehr gut von den Persern unterscheiden lässt: Perser haben einen weißen sehr deutlichen Lidstrich über dem Oberlid, die Shaw nicht.

Anschaffungskosten und seriöse Züchter:

Ich selbst war jahrelang angetan von den süssen, intelligenten und recht großen Rennmäusen, wusste allerdings nie wo ich sie herbekommen sollte. Die Tiere wurden in keinem Zoogeschäft (sowieso nicht empfehlenswert für den Kauf eines Tieres!) in der Umgebung angeboten, es gab keinen Züchter in meiner Nähe und keine Privatleute die Tiere abgeben wollten.

Erst habe ich mich nach Notfalltieren umgesehen, aber zu diesem Zeitpunkt gab es leider in keiner angefragten Auffangstation, Pflegestelle oder einem Tierheim Perser. Schaut euch bitte immer zuerst dort um, wenn ihr euch diese Tiere anschaffen wollt.

Züchter habe ich in Berlin und Leipzig gefunden. Also am ganz anderen Ende Deutschlands und ich habe schnell gemerkt, dass es auch bei dieser recht seltenen Rennmausart gute Züchter und einfach nur Vermehrer gibt. Ich habe mich selbst mit der ersten Züchterin unterhalten die es in Deutschland zu dieser Maus gab.

Hier gilt es das selbe zu beachten wie bei anderen Züchtern.

Wie erkenne ich einen seriösen Züchter?:

  • Kann er Fragen zu der Haltung, Fütterung, sonstigen Ansprüchen der Tiere beantworten?
  • Kann man sich die Elterntiere ansehen?
  • Ab welchem Alter werden die Tiere abgegeben?
  • Werden die Tiere artgerecht gehalten?
  • Werden sie artgerecht gefüttert?
  • Wieviele Würfe produziert der Züchter mit einem Muttertier?

Hat der Züchter Ahnung von Genetik?Die Preise bei der Persischen Rennmaus variieren in der Regel zwischen 30-60€ PRO TIER! Bei meinen beiden hatte ich daher Glück, ich habe 50 € für beide zusammen gezahlt.

Behausung:

Die Mindestmaße bei der Haltung der Persischen Rennmaus betragen 100cm-120cm Länge, 50cm Tiefe, 100-120cm Höhe. Hier gehen die Meinungen allerdings stark auseinander und man liest überall andere Maße. Im Vergleich zur Mongolischen Rennmaus ist es bei der Persischen Rennmaus noch schwer, wirklich stichhaltige Informationen zur Haltung zu erhalten, weil sie einfach noch immer zu selten gehalten wird.

Ich empfand die Mindestmaße absolut nicht als ausreichend und habe diese deshalb nur als Übergangslösung gewählt, bis ich ein geeignetes Gehge zu Umbau fand. Mittlerweile leben meine Perser auf einer Fläche von 100 cm Länge, 60 cm Tiefe und 200 cm Höhe.

Die Persische Rennmaus klettert für ihr Leben gerne, daher darf das Gehege gerne so hoch wie möglich sein, wobei darauf geachtet werden muss, dass die Mäuse bei einem Sturz weich landen und sie nicht zu tief fallen können. Sturzhöhen über 30cm würde ich vermeiden und auf volle Etagen achten.

Auch buddeln die Tiere sehr gerne und deshalb sollte genau wie bei der Mongolischen Rennmaus eine Einstreuhöhe von 20cm nicht unterschritten werden. Mehr wäre natürlich besser, da diese Mäuse deutlich größer werden als die Mongolische Rennmaus.

Abgabealter:

Die Tiere sollten bei ihrem Einzug 10-12 Wochen alt sein, damit sie lange genug beim jeweiligen Elterntier waren und gut sozialisiert sind.

Paarhaltung oder Großgruppenhaltung:

Bei der Persischen Rennmaus empfiehlt sich die Gruppenhaltung ab 3 Tieren. Es ist schwer, wenn ein Tier stirbt, schnell einen neuen Partner heran zu bekommen und sie fühlen sich in Gruppen sehr wohl. Persische Rennmäuse sind in dieser Hinsicht wesentlich sozialer als die Mongolen.

Empfehlen würde ich gleichgeschlechtliche Gruppen ab 3 Tieren, oder Kastraten zusammen mit Weibchen zu halten.

Auch Kastraten und unkastrierte Böckchen können zusammen gehalten werden.

Gemischte Gruppen ergeben natürlich Nachwuchs und deshalb sollte diese Konstellation vermieden werden, wenn man keine Ahnung von Genetik und Erbkrankheiten hat.

Das Einstreu:

Die Einstreuhöhe sollte wie bereits oben erwähnt 20cm nicht unterschreiten und eher 30-50cm betragen.

Staubfreie Varianten um das Persergehege einzustreuen sind Leinen- und Hanfstreu, wobei beide Sorten immer mit Heu, Holzstreu oder Stroh gemischt werden müssen, da anders keine Gänge angelegt werden können durch die Mäuse. Ebenfalls empfehlenswert sind großspanige Einstreusorten, die für Pferdeboxen verwendet werden wie z.B. Plospan Excellent.

Wieso staubfreies Streu? Weil Perser genau wie Mongolen, Farbmäuse und alle anderen Kleintiere und wir Menschen auf zu viel Staub reagieren können und eventuell Probleme mit den Atemwegen und der Haut bekommen können. Er setzt sich in der Lunge ab und kann zu Krankheiten wie Staublungen führen und steigert das Krebsrisiko.

Sandbad:

Das Sandbad sollte einen Mindestdurchmesser von 30cm oder mehr haben, damit die Renner sich beim Baden richtig lang machen können.

Als Badesand empfiehlt sich der herkömmliche Chinchillasand. Bitte nehmt keinen Vogelsand! Dort sind Muschelstücke und andere Zusätze enthalten, die den Mäusen eventuell schaden können.

Laufrad:

Das Laufrad ist bei den Persern, wie bei anderen Kleinnagern auch, eine willkommene Abwechslung.

Das Laufrad sollte eine Größe von 40cm haben, was natürlich nicht leicht zu bekommen ist, aber anders können sich die Rennmäuse Rückschäden zuziehen.

Das Laufrad ist bei einer ausreichend abwechslungsreichen Haltung und genügend Auslauf allerdings kein Muss für die Tiere.

Die Lauffläche eures Laufrads muss geschlossen sein und es darf keine Querstreben geben durch welche ein Schereneffekt entstehen könnte. Die Tiere könnten sich selbst sonst das Genick brechen, sich den Schwanz abtrennen oder sich anderweitig verletzen. Bitte kauft außerdem keine Gitterlaufräder, dort könnten sich die Tiere die Zehen einquetschen und eventuell sogar abreissen oder sie verletzen sich anderweitig.

Einrichtung:

Die Einrichtung sollte der Größe der Gruppe angepasst werden. Hier eigenen sich Häuschen für Meerschweinchen und Ratten. Die Kleinen kuscheln gerne und sollten deshalb auch alle zusammen in ihr Häuschen passen.

Außerdem empfehlenswert sind Korkröhren mit großem Durchmesser, Weinreben, Heunester und große Brutkästen. Bei diesen muss man nur die Eingangsgröße erweitern, damit kein Tier stecken bleiben kann.

Hängebretter, Weidentunnel, Graseinrichtung etc. kann im Stehen und Hängen sehr spannend für die Perser sein. Achtet bitte immer darauf, dass eure Perser bei einem Sturz von der Einrichtung auf Streu oder Heu landen und nicht auf einem darunter stehenden Einrichtungsgegenstand, um Verletzungen zu vermeiden.

Pappe, Küchenpapier, Klopapierrollen und Safebed eigenen sich ebenfalls für die Perser.

Beschäftigung und Auslauf:

Persische Rennmäuse sind sehr intelligent und neugierig, so dass man sie sehr gut mit Erlebnisspielzeug beschäftigen kann. Gefüllte Papierrollen, Eierkartons, gefüllte Raschelkisten, Fummelspielzeug und Clickertraining sind bei ihnen gute Beschäftigungsmöglichkeiten.

Auslauf sollte der Persischen Rennmaus mehrmals die Woche mindestens 1-2 Stunden genehmigt werden.

Als Auslauf empfiehlt sich ein vorher mäusesicher gemachter Raum. D.h. Steckdosen, Kabel, Kerzen, Pflanzen etc. sind nicht mehr erreichbar für die Tiere. Im Auslauf kann man Pappkästen aufstellen, diese mit Küchenpapier füllen und Leckerchen dazwischen verstecken. Etagen, Leitern, Laub, Rascheltunnel, Röhren und andere Versteckmöglichkeiten werden im Auslauf ebenfalls sehr gerne angenommen.

Katzenkratzbäume? Quatsch, dass sind doch Mäusekletterbäume! Sie werden erklommen ohne größere Schwierigkeiten. Sogar der 2m Kratzbaum meiner Katzen wird gestürmt und bis ganz nach oben beklettert. Dabei sollte man dann allerdings an der Seite seiner Tiere bleiben und aufpassen, dass sie nicht stürzen.

Ebenfalls ein tolles Spielzeug sind Herrchen und Frauchen . Achtet nur drauf, dass ihr euch nicht ausversehen auf die Kleinen stützt oder setzt. Die sind so schnell da und wieder weg, so schnell kann man gar nicht gucken.

Ernährung:

Hier darf gefüttert werden, was auch die Mongolische Rennmaus fressen darf.

Als Grundfutter dient eine Futtermischung für Rennmäuse. Achtung Futter wird nicht nur in Maßen sondern in Massen gebunkert. Wenn ihr den Futterbunker säubern wollt, werft das Futter bitte weg.

Eiweiß sollte mehrmals die Woche durch Mehlwürmer oder andere Krabbler zur Verfügung gestellt werden.

Frischfutter wie Salat, Kohlrabiblätter, Karotten, Tomaten (Ohne Kerne!) etc. wird gerne täglich gegessen . Hier muss man allerdings ein wenig aufpassen, die Kleinen bunkern nicht nur ihr Körnerfutter. Daher immer mal die Futterverstecke kontrollieren.

Tierarzt:

Zum Tierarzt geht es immer für die ganze Gruppe, da es ansonsten hinterher aufgrund eines anderen Geruchs des Partnertieres, zu Streitigkeiten kommen kann. Außerdem ist der Partner des kranken Tieres seelische Unterstützung für das erkrankte Tier und eine Stützte.

Die verwendete Box sollte Einstreu, Nestmaterial,  Futter, etwas Gurke, Karotte o.ä. als Wasserersatz, sowie ein Versteck enthalten und rundherum geschlossen sein, so dass die Tiere nicht gerade die ganze Umgebung und die fremden Tiere vor sich haben.

2 Antworten auf „Persische Rennmaus-Übersichtstext“

  1. Guten Abend

    Ich bin sehr daran interessiert mir Persische Rennmäuse in die ‚Familie‘ zu holen. Gerne würde ich mich davor mal noch direkt mit jemandem mit deren Haltungs- und/oder Zuchterfahrung austauschen und noch erfahren, was es nicht in Büchern zu lesen gibt;)
    Zudem scheint es recht schwierig zu sein, an solche Mäuse zu kommen in der Schweiz. Deshalb nun meine Frage:
    Haben Sie Hinweise oder Kontakte für Privatpersonen, Fachgeschäfte oder Züchter in der Schweiz? Da wäre ich sehr dankbar.

    Freundliche Grüsse,
    Ursina

    1. Hey,

      sorry, dass ich jetzt erst antworten kann, die Webseite hat nicht richtig funktioniert und nun ist der Fehler behoben. Was möchtest du denn wissen? Magst du mri vielleicht eine Mail schreiben?
      Das stimmt, das ist auch in Deutschland nicht einfacher.
      Zoogeschäfte kann und möchte ich nicht vorschlagen, da keine Tiere im Zooladen gekauft werden sollten, alleine aufgrund dessen, wie diese „produziert“ werden. Ich würde dir Pflegestellen, Tierheime oder Züchter empfehlen. Es kann leider einfach dauern bis du fündig wirst, das ging mir erstmal nicht anders.

      LG Irina

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